Das Projekt „Suchraum Wildnis“ widmet sich dem Phänomen der zunehmenden Wildnis im Berner Alpenraum. Eine Kulturlandschaft verwildert, wenn der Mensch ihre Nutzung aufgibt und die natürliche Vegetation wieder ihren ursprünglichen Platz zurück erobert. Durch diesen Vorgang können sowohl naturschützerisch wertvolle Kulturlandschaften als auch natürliche Landschaftselemente verschwinden. Aber auch bestehende Wälder „verwildern“ aufgrund mangelnder Bewirtschaftung, sie werden dichter, das tote Holz bleibt liegen, ein „Urwald“ entsteht.
An diesem Wandel entzündet sich ein Konflikt um Fragen der nachhaltigen Landschaftsentwicklung, in dem ökonomische, soziale und wissenschaftliche aber auch kulturelle Komponenten aufs Engste miteinander verbunden sind. Die neue Wildnis zwingt verklärte Naturbilder zu überdenken und macht deutlich, dass es
den neutralen Blick auf die Natur nicht gibt.
In einer künstlerischen Untersuchung zum „Suchraum Wildnis“ realisierte der Künstler George Steinmann und sein Team, das sich aus Künstlern, Kunst-wissenschaftlerinnen, einer Biologin und einem Soziologen zusammensetze, eine Skulptur, die die Vielschichtigkeit des Begriffs „Wildnis“ und die problematische Grenzziehung zwischen Natur und Kultur hinterfragt.
Nachhaltigkeit wurde durch den transdisziplinären Zusammenschluss künstlerischer, wissenschaftlicher, sozialer und ökonomischer Komponenten exemplarisch visualisiert.
George Steinmann. Hochschule der Künste Bern HKB.